Dyskalkulie

Was ist Dyskalkulie (Rechenschwäche)?

Ähnlich wie Lese-Rechtschreibschwierigkeiten können auch Rechenschwierigkeiten auf Probleme bei der Verarbeitung von Sinneswahrnehmung zurückzuführen sein.

Zu den Problemen, die Menschen mit Dyskalkulie haben können, gehören Schwierigkeiten

  • beim Erlernen des Einmaleins
  • bei der Vorstellung geometrischer Figuren
  • beim Erlernen von Zahlenzusammenhängen
  • beim Erfassen von Reihenfolgen
  • beim Kopfrechnen (Arbeit mit Symbolen und Zahlen im Kurzzeitgedächtnis)
  • bei der Raumorientierung
  • bei Umkehraufgaben
  • beim Vertauschen der Operationszeichen, z.B. +, -, x (visuelle Unterscheidungsprobleme)

Das konkrete Handeln gelingt Menschen mit Dyskalkulie besser. Das Grundprinzip der Erarbeitung mathematischer Aufgaben besteht deshalb darin, dass man SchülerInnen ermöglicht, die Rechenschritte zuerst handelnd bzw. spielerisch mit strukturiertem Material zu erleben.

Erst dann sollte erklärt werden, wie man das, was getan wurde, symbolisch bezeichnet. Das Hauptproblem besteht nämlich darin, die richtigen Symbole mit den entsprechenden Handlungen (Rechenoperationen) zu verbinden (z.B. 54 + 6; 4 x 10; 27 : 3; 15 - 4).

Zuerst das Tun und dann das Aufschreiben der Handlung. Mit dieser Vorgehensweise kann man eine klare Vorstellung davon vermitteln, was mit mathematischen Zeichen getan werden soll. Nach der Phase des Handelns erfolgt die abstrakte Begründung durch Zeichnungen und später durch Symbole, Generalisierungen und weitere Entdeckungen.

Menschen mit Dyskalkulie müssen länger beim konkreten Material bleiben, weil es für sie oft schwierig ist, sich Zusammenhänge und Reihenfolgen zu merken.

Viele der betroffenen Menschen zeichnen sich durch besondere Fähigkeiten aus:

  • Kreativität
  • Räumliches Vorstellungsvermögen (Architektur)
  • Erhöhte soziale Kompetenz
  • Sprachgewandtheit
  • Hohe Frustrationstoleranz
  • Geschärftes Wahrnehmungsvermögen
  • Sensibilität, u.v.m.